Der Wildpark Dinklage wurde 1968 von der Familie von Galen gegründet. Bis in die 80er Jahre gab es hier eine der größten Hirschsammlungen Deutschlands mit zeitweise 17 verschiedenen Arten. Auch eine Fasanerie und ein Wildschweingehege zogen viele Jahre zahlreiche Besucher an.
In den Folgejahren wurden die Gehege nach und nach abgebaut, heute lebt ein Rudel von etwa 35 Damhirschen frei in dem 27 ha großen Gelände. Im Kinderbereich können Ziegen, Schafe, Hühner nicht nur beobachtet, sondern auch gestreichelt werden. Besucher können bei freiem Eintritt die Ruhe in dem weitläufigen, mit alten Buchen und Eichen bestandenem Wildpark genießen.
Im Jahr 2022 drohte die Schließung des Wildparks. Das Burghotel verkaufte das Gelände für den symbolischen Preis von 1 Euro an die Stadt Dinklage. Um den Wildpark und den Tierbestand zu erhalten rief der Dinklager Andreas Niedermeier eine Online-Petition ins Leben, die von 3372 Menschen unterzeichnet wurde. Die Petition löste in der Politik etwas aus, es wurde ein Workshop zum Erhalt des Wildparks gegründet, die Idee zur Gründung eines Fördervereins entstand. Am 19. Januar 2023 fand in der Gaststätte „Altes Gesellenhaus“ die Gründungsversammlung mit etwa 80 Beteiligten statt. Michael Mähs wurde erster Vorsitzender des neuen Vereins.
Tiere früher und heute
Wildschweine (Sus scrofa)
Wildschweine gab es zwischen 1969 und 2002 an zwei unterschiedlichen Stellen im Wildpark Dinklage. Der alte Standort einer dieser Gehege ist von diesem Punkt aus zu sehen. Wo man heute die Silhouetten einer Sau mit ihren Frischlingen und etwas entfernt davon einen Keiler im Lauf sehen kann, wurden früher 2 bis 3 Sauen mit ihrem jährlichen Nachwuchs und ein erwachsener Keiler gehalten. Insbesondere die wuseligen Frischlinge und die oft zerwühlten und schlammigen Waldflächen blieben Besuchern des Wildparks in Erinnerung. Früher wurden die Wildschweine im Wildpark auch mit den Speiseresten des Burghotel Dinklage gefüttert. Nachdem dies gesetzlich untersagt wurde und im Zuge der Prävention vor der Schweinepest, wurde das letzte „Schweinegatter“ im Wildpark Dinklage im Jahr 2002 aufgelöst.
Heute leben in Deutschland ca. 1,5 bis 2 Mio. Wildschweine in Deutschland. Allerdings werden alleine ca. 7 Mio. Nutzschweine in Niedersachsen gehalten, davon die meisten in unserer Region Oldenburger Münsterland.
1969: Sau mit Frischlingen
Rothirsch mit Rottier (weiblich)
Rothirsch (Cervus elaphus)
Der Rothirsch bzw. das Rotwild ist die größte einheimische Hirschart. Die männlichen Rothirsche erreichen eine Schulterhöhe bis 130cm und wiegen bis zu 200kg. Das imposante Geweih, welches jährlich innerhalb von ca. 5 Monaten wächst, kann bis zu 15kg schwer werden.
Rothirsche werden häufig auch als „Könige der Wälder“ bezeichnet. Allerdings ist das Rotwild ursprünglich ein Bewohner offener, steppenartiger Landschaften. Deshalb wurde diese Hirschart ab 1968 im zentralen Bereich des Wildparks gehalten. Hier gibt es heute noch eine größere Waldwiese mit zwei kleineren Tümpeln. Die Tümpel wurden vom Rotwild sehr gerne genutzt, um sich an heißen Tagen im Schlamm zu suhlen – eine Eigenart, die nur bei dieser einheimischen Hirschart vorkommt.
In Deutschland leben ca. 250.000 Stück Rotwild, die meisten in Mittel-, Ost- und Süddeutschland.
Zum Ende der 1980er Jahre war der kleine Rotwildbestand im Wildpark deutlich überaltert und das Gehege musste aufgelöst werden.
Bilderarchiv Heimatverein Dinklage, Sammlung Zurborg
Gedenkstein zum Bomberabsturz
Unter b24.net/storiesDinklage.htm findet man einen ausführlichen Bericht zu einem Besuch des Absturzortes.
Am 29. April 1944 stürzte ein US-amerikanischer Bomber vom Typ B-24H „Liberator“ mit dem Codenamen El Lobo im Dinklager Burgwald ab. Die Maschine gehörte zur 392. Bomb Group, 579. Bomb Squadron, der 8. US-Luftflotte und war vom britischen Luftwaffenstützpunkt Wendling aus zu einem Bombenangriff auf Berlin gestartet.
Während der Mission wurde El Lobo von deutscher Luftabwehr und einem Jagdflugzeug angegriffen, das wegen seiner schweren Beschädigungen in Langwege notlanden musste.
El Lobo geriet in Brand, verlor zwei Triebwerke und stürzte gegen 13:45 Uhr in den Burgwald bei Dinklage. Alle zehn Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.
Zwei Besatzungsmitglieder, Sergeant Jack Goetz und Leutnant Walter Gitcham, überlebten den Krieg, da sie an diesem Tag aufgrund medizinischer Gründe nicht an Bord waren. Goetz, der später nach Dinklage zurückkehrte, berichtete von seiner tiefen Verbundenheit mit der Crew und dem Ort des Absturzes.
Zur Erinnerung an die Opfer wurde 2004 ein Gedenkstein nahe der Absturzstelle errichtet, initiiert von Robert Franke, dem Bruder des Navigators Leutnant Douglas Franke. Der Stein dient als Mahnmal für die Opfer des Luftkrieges und als Ort des Gedenkens.